Die topographischen Voraussetzungen der Streckenführung mit Neigungen von bis zu 1:40 und kleinsten befahrbaren Halbmessern von nur 85 m hatten zur Folge, dass eigene Konstruktionen von Betriebsmitteln notwendig wurden. Speziell an die Streckenverhältnisse angepasste Fahrzeuge prägen bis heute das Zugbild auf der ältesten deutschen Gebirgsbahn. Die nachfolgenden Beschreibungen der Fahrzeuge beziehen sich weitestgehend auf den Windbergbahneinsatz.

Windbergbahn Verein

Systematisch, mit Gründung des Vereins, legte man besonderen Wert, verkehrshistorisch wertvolle Fahrzeuge gezielt zu sammeln. Dabei handelte es sich vorwiegend um klassische Windbergbahnfahrzeuge und solche, die in ihrer Instandhaltung relativ einfach zu beherrschen sind, wie Kleinlokomotive und Nebenfahrzeuge.

Kleinlokomotive (Kö = Kleinlokomotive ölgefeuert)

Kö

1991 kaufte der Verein von der DR die ehemalige Ausbildungslokomotive, Kö 4500, Baujahr 1934, der Rangiertrainingsanlage Dresden - Klotzsche. 2008 erhielt sie ihre zweite Hauptuntersuchung und ist fortan im Bauzug- und Rangierdienst eingesetzt.

 

Verkehrshistorisch wertvolles Wagenmaterial

Windberg-Aussichtswagen

1970, durch einen aufmerksamen Dienstleiter und dessen Telefonat zum ehemaligen Leiter der Abteilung Wagenwirtschaft Fritz Hager, wurde er aus dem Schrottzug in Freital Hainsberg ausgesetzt und gerettet. 1975 im Dresdner Industriegelände durch Mitglieder des Vereins wieder entdeckt und systematisch über viele Jahre des Fleißes betriebsfähig und mit Liebe zum historischen Detail aufgearbeitet, konnte er 1997 durch den Landesbevollmächtigten für Bahnaufsicht Sachsen wieder zugelassen werden. Seitdem steht er für Sonderfahrten zur Verfügung.



Fakultativwagen

Fakultativwagen, freigestellte oder wahlfreie Nutzung des Wagens, heißt Einsatz als Personen- oder Güterwagen. Die späteren reinen 4. Klasse Fahrzeuge, Di, entstammen den lfd. Nr. 353 bis 355 der Gattung GCi, im Winter G2.

1887, der lfd. Nr. 355, Bahnnummer 10 862 zugeordnet, beziffert somit ein steifachsiges Fahrzeug mit 4,5m Achsabstand. Hierbei handelt es sich um den Verein Ältesten, aber auf der Strecke nicht frei einsetzbaren, Wagen. Im Jahr 2000, als Ortsgerätewagen, aufgearbeitet. Fahrzeugblatt GCi 87


1890, der lfd. Nr. 354 entstammend, der lfd. Nr. 199 zugeordnet, betitelt ihn als reinen DiSa90. 1995, begann der Wiederaufbau der sich als Totalsanierung erwies. Zum jetzigen Zeitpunkt erfolgt der historische Innenausbau mit originalem Holzsitzgestühl. Der Wagen erhielt die DRG - Nummer 50 360 und wurde 1930 nicht mehr in den neuen Nummernplan übernommen


1894 gebaut und der lfd. Nr. 199 entstammend, ist der Unterschied eines überarbeiteten Wagenkastens dessen Dachspriegel nun vollständig aus Eisenprofil bestehen. Der Wagen wurde nach Possendorf überführt und steht nun auf der wieder aufgebauten Einfahrtsweiche des ehemaligen Endbahnhofs der Windbergbahn. Derzeit wird er wieder vor Ort aufgearbeitet und wird nach seiner Fertigstellung an die Windbergbahn erinnern.


1900 gebaut entstammt er der lfd. Nr. 183. Er ist kein Windbergwagen, aber ein wichtiger Sachzeuge sächsischer Wagenbaukunst.


Zum Fahrzeugbestand gehören zwei Güterzuggepäckwagen, dessen langfristiger Umbau zum PgPr14 geplant ist.


Güterwagen

1910 als Privatbahnwagen der Döhlenstahl AG in Dienst gestellt wurde er 2000 im Originalzustand der DRG restauriert. Die Konstruktion entspricht den Vorgaben des Deutschen Staatsbahnwagen - Verbandes nach Musterzeichnung A 10, mit 900mm Bordwänden.


1911 von verschiedenen Bahngesellschaften beschafft, entspricht dieses Fahrzeug der Verbandsbauart nach Musterblatt A1. Der Wagen besitzt einsteckbare Bordwände und Kopfklappen. Der Wagen steht teilaufgearbeitet als Leihgabe im Bergbaumuseum Oelsnitz.


Zum weiteren Bestand gehören einige gedeckte Güterwagen (Gm /Nz, Gml, französische Bauart, Werkwagen umgebaut aus 2-achsigen offenen Güterwagen).


Nebenfahrzeuge

1962 gefertigter GKW-Skl 24.0.3328, Bauart Schöneweide erhielt 1981 eine Ladehilfe. Somit ist er einer von nur drei Fahrzeugen dieses Typs die mit einer LDK 1250 ausgerüstet wurde.


Des Weiteren sind drei GKW-A-Kl H 24, Bauart Schöneweide, im Einsatz (4027, 4081, 4434). Kl 4434 besitzt eine Mannschaftskabine, Bauart Bm Dresden Friedrichstadt.


1959 wurde vom FEW Blankenburg der Kl 613 AK (Anhängekran für Kraftrottenwagen) gefertigt. Seit 1999 ist er arbeitsfähig hergerichtet. Im Jahr 2008 musste er schadhaft abgestellt werden. An einer Wiederinbetriebnahme wird gearbeitet.







Lkl 01 (leichter Kleinwagen), Rottenwagen, der Bm Potschappel, Baujahr 1915


Private Leihgaben

2007 kaufte ein Vereinsmitglied mit seiner Frau ein Gleiskraftrad Typ I, Baujahr 1964, und sie übergaben das Fahrzeug als Leihgabe. Im Jahr 2008 erhielt der "Schienentrabbi" eine HU und seine Wiederzulassung.


1998 fand der gleiche Eisenbahnfreund den Korpus eines "Elektrischen Bahnmeisterwagen" aus dem Jahr 1927. 2003 konnte das Fahrzeug übernommen und überführt werden. 2010 begann die optische und rollfähige Wiederaufarbeitung.



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